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Edelstahl bohren

Aufgrund der Härte des Werkstoffs, bedarf es mehr Widerstandskraft, Bohrung in Edelstahl vorzunehmen, als es bei anderen Metallen der Fall ist. Dies kann so manchen Heimwerker zur Verzweifelung bringen. Mit den folgenden Tipps und Tricks gelingt Ihnen das Edelstahl bohren jedoch ohne jegliche Probleme.

 

Edelstahl bohren - Das Werkzeug

 

Das richtige Werkzeug ist, wie bei den meisten handwerklichen Tätigkeiten, das A und O. Anbei erhalten Sie eine Liste von Hilfsmitteln, welche Sie sich bereitstellen sollten. Wichtig ist, dass die eingesetzten Werkzeuge vorher nicht mit anderen Metallen in Verbindung gekommen sind, da es sonst auf dem Edelstahl zu einer oberflächlichen Korrosion kommen kann.

 
  • Spiralbohrer HSS N / H (mehr Infos im Folgenden)
  • Handbohrer bzw. stationärer Bohrer
  • Stahlhammer
  • Körner
  • Bohröl
  • Marker
  • Zollstock
  • Schleifvlies
 

Edelstahl bohren - Der richtige Bohrer

 

Auf dem Markt gibt es zahlreiche, verschiedene Bohrer. Doch welcher ist der Richtige für Ihr Vorhaben? Neben dem Material sowie der Legierung unterscheiden sich auch die diversen Spiralformen eines Metallbohrers. Im Folgenden ein kurzer Überblick:

 

Spitzenwinkel

 

Der sogenannte Spitzenwinkel befindet sich an der Spitze (am Kopf) eines Spiralbohrers. Möchten Sie harte Werkstoffe, wie Edelstahl, bohren, sollte dieser möglichst groß (z.B. 130° oder 135°) sein.

 

Bohrertypen

  • Typ N (für normale Werkstoffe)
  • Typ W (für weiche Werkstoffe)
  • Typ H (für harte Werkstoffe)
 

Bohrerlegierung

Neben den unterschiedlichen Bohrtypen unterscheiden sich die Bohrer ebenfalls durch die Legierung bzw. die Beschichtung.

  • Chrom-Vanadium-Bohrer: CV-Bohrer
  • Schnellarbeitsstahl: HSS-Bohrer
  • HSS-E, HSS-Co: Bohrer, welche mit Kobalt veredelt sind
 

Bohrerbeschichtungen

  • Titanaluminiumnitrid TiN- (lila)
  • Titancarbonnitrid - TiCN (braunschwarz)
  • Titannitrid - TiAlN (gold)
 

Ein mit "N" gekennzeichneter Bohrer, weist eine Normalspirale auf und ist universell einsetzbar. Er wird bei Werkstoffen wie z.B. Buntmetallen, Eisen oder Stahl verwendet. Im Zusammenspiel mit einer entsprechenden Beschichtung eignet er sich, genau wie ein Bohrer des Typs „H“ für das Bohren in Edelstahl.

 

Spiralbohrer

 

Edelstahl bohren - Das Kühlmittel

 

Neben dem richtigen Bohrer spielt der Einsatz von Kühlmittel (auch Schmierstoff genannt) eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Edelstahl zu bohren. Das Kühlmittel verhindert, dass eine Reibung zwischen dem Bohrer sowie dem Werkstück entsteht bzw. reduziert diese, sodass die Hitzeentwicklung des Bohrers vermindert und die sogenannte Standzeit dessen verlängert wird. Wenn Sie einen Handbohrer benutzen möchten, so sollten Sie demzufolge Bohröl auf den Bohrer auftragen. Bei den herkömmlichen Standbohrern ist eine automatische Kühlvorrichtung bereits integriert.

 

Edelstahl bohren - Schritt für Schritt

  • Bohrloch markieren
  • Werkstück (Edelstahlrohr) einspannen
  • Markierte Stellen mit einem Hammer und dem Körner vorkörnen. Dies dient dazu, dass man den Bohrer punktgenau ansetzen kann und nicht verrutscht
  • Schlagbohr-Funktion an der Bohrmaschine ausschalten
  • Bohrer ansetzen und mit einer niedrigen Drehzahl betätigen - dabei sollte nur wenig Druck ausgeübt werden
  • Zum Schluss können Sie Schleifvlies verwenden, um das Bohrloch zu entgraten.
 

Beim Bohren von Edelstahl sollten Sie eine Schutzbrille tragen, da die Späne, welche entstehen, teilweise sehr weit fliegen können. Um eine Verletzungsgefahr zu vermeiden, sollten Sie stets darauf achten, keine Schutzhandschuhe zu tragen.

 

Grafik: evkaz/Shutterstock.com